FAQs

FAQ: Hier einmal nachfolgend für alle Besucherinnen und Besucher dieser Website die häufigsten Fragen, die mir als Judenbeauftragter gestellt werden!

 

1). FRAGE: Was genau war Ihre Motivation diese Website zu gründen und Judenbeauftragter zu werden? 

ANTWORT ZU 1): Meine Motivation, Judenbeauftragter zu werden war eher eine spontane, als eine geplante Idee von mir, nachdem ich erfahren habe, dass ich jüdischer Abstammung bin. Es gibt in Deutschland, einmal ausgenommen die jüdischen Gemeinden, kaum unabhängige Ansprechpartner für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger.

2). FRAGE: Was ist Ihr Ziel?

ANTWORT ZU 2): Deutschland ist heute, im Gegensatz zu früheren Zeiten, ein multikulturelles Land. Mein Ziel ist es, verschiedene Kulturen in diesem Land miteinander zu verbinden. Ich möchte, dass alle Kulturen friedlich miteinander zusammenleben. Das geht nur, wenn sich Kulturen gegenseitig besser kennenlernen. Möglich ist so etwas nur durch Information, Aufklärung und Austausch.

3). FRAGE: Haben Sie Verbindungen zu anderen jüdischen Gemeinden in Hamburg?

ANTWORT ZU 3): Ich bin bisher noch kein Mitglied einer jüdischen Gemeinde. Allerdings pflege ich Kontakte zu jüdischen Communities in sozialen Netzwerken sowie auch persönliche Kontakte in die USA zu einer jüdischen Familie, die aus Deutschland im Zweiten Weltkrieg flüchten musste.

4). FRAGE: Was sind Sie von Beruf?

ANTWORT ZU 4): Von Beruf bin ich Schlosser. Heute heisst der Beruf allerdings Konstruktionsmechaniker. So steht es auch in meiner Prüfungsurkunde der IHK. Schon Vorfahren von mir waren im Schlosser- bzw. Schmiedehandwerk tätig. Ich folge damit einer alten Familientradition.

5). FRAGE: Wie sieht die tägliche Arbeit eines Judenbeauftragten aus, arbeiten Sie alleine oder in einem Team?

ANTWORT ZU 5): Arbeit ist das falsche Wort dafür. Es ist für mich als Jude ein Ehrenkodex, mich für die Gemeinschaft meiner jüdischen Geschwister einzusetzen und für die jüdische Umma einzustehen! Alles, was ich als Judenbeauftragter mache, geschieht in Eigenregie.

6). FRAGE: Auf Ihrer Seite steht geschrieben, dass Sie erst vor Kurzem von Ihrer jüdischen Abstammung erfahren haben. Wann und wie haben Sie dies erfahren?

ANTWORT ZU 6): Ich habe mich vor einigen Monaten mit der Ahnenforschung beschäftigt und bin dann auf jüdische Wurzeln gestossen.

7). FRAGE: In der Vergangenheit waren Sie als Islambeauftragter tätig, sind auch praktizierender Muslim gewesen und haben fünfmal täglich Ihr Pflichtgebet verrichtet. Als damaliger Islambeauftragter haben Sie ausserdem eine Petition namens „Gebetsruf (Adhan) für Muslime in der gesamten Bundesrepublik Deutschland“ gestartet, die inzwischen auch von einigen Moscheeverbänden in Eigenregie umgesetzt wird. Was war damals Ihre Motivation, diesen Weg zu gehen? Würden Sie sich im Rückblick als radikal bzw. salafistisch einschätzen?

ANTWORT ZU 7): Ich war ein Jahr lang als Islambeauftragter tätig. Schon damals war ich auf der Suche nach meinen Wurzeln, wusste aber noch nicht, dass ich jüdischer Abstammung bin. Beide Religionen, der Islam und das Judentum entstammen einer gemeinsamen, semitischen Wurzel. Als radikal wurde ich in meiner damaligen Position als Islambeauftragter nicht gesehen, eher als Friedensstifter. Radikalen Islamisten in Deutschland muss Einhalt geboten werden! Aber ich denke, die Polizei und Verfassungsschutzbehörden in Deutschland sind hier bereits sehr gut aufgestellt und tun alles Erdenkliche, um potenzielle Gefährder aus dem Verkehr zu ziehen.

8). FRAGE: Wie schauen Sie heute auf die Zeit von damals zurück?

ANTWORT ZU 8): Es war eine Zeit, in der ich ohne Bewusstsein unterwegs war. Ich war auf der Suche nach meinen Wurzeln. In meiner Familie wurde nie erwähnt, dass ich jüdische Wurzeln habe. Heute weiss ich, dass ich jüdischer Abstammung bin.

9). FRAGE: Vor einigen Jahren waren Sie noch Islambeauftragter, jetzt sind Sie Judenbeauftragter. Woher kommt Ihr Antrieb, sich religiös so stark zu engagieren?

ANTWORT ZU 9): Ein Familienmitglied, sprich ein Vorfahre aus der Linie Neß, Rupert Neß von Ottobeuren, war der 52. Abt und Reichsprälat des Klosters Ottobeuren, unter dessen Leitung auch das Kloster neu erbaut wurde und der ganze Ort von meinem Nachnamen bis heute geprägt ist. Wahrscheinlich liegt es im Blut der Familie Neß, sich auch der Religion zu widmen.

10). FRAGE: Den Begriff Judenbeauftragter empfindet der Zentralrat der Juden als historisch vorbelastet. Können Sie diese Position nachvollziehen?

ANTWORT ZU 10): Bereits kurz nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland musste man sich relativ schnell auf einen Namen einigen. Im damaligen Naziregime wurde der Begriff missbraucht, also entschied man sich wohl für die Bezeichnung Zentralrat der Juden. Heute ist es so, dass es für alle Religionen einen Beauftragten gibt. Es gibt Beauftragte der evangelischen als auch der katholischen Kirche, es gibt Beauftragte für den Islam. In jedem Industriebetrieb gibt es heute einen Beauftragten für irgendetwas. Warum also sollte es im Judentum keinen Judenbeauftragten geben? Gerade im Judentum ist es wichtig, dass es Ansprechpartner gibt! Die jüdische Gemeinschaft ist gespalten. Das muss sich ändern. Mehr Zusammenhalt im Judentum! Das wünsche ich mir als Judenbeauftragter für die Zukunft.